Ozon - Therapie bei Patienten mit peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten

AUTOREN: Univ.-Prof. Dr. Dr. Dipl. Phys. Jürgen Kleinschmidt
Dr. rer. biol. hum. Dipl. Phys. Heinrich Gall
Assistenzärztin Barbara Fischer
in-vitro-Versuche lassen auf Beeinflussungen des Pentose-Zyklus
des Lipidstoffwechsels
von Redox-Systemen
von Vitaminen
schließen (Kleinschmidt, Schnizer 1981). Auch weitergehende klinische Befundverbesserungen nach Ozontherapie wurden bereits bei Patienten mit

Allergien, Asthma
Neuralgien
chronisch degenerativen Erkrankungen
peripheren arteriellen Verschlußkrankheiten

im Funktionsbereich "Schmerztherapie" an der Justus-Liebig-Universität Gießen dokumentiert (Herget, Vogelsberger 1982). Vergleichbare Befundverbesserungen werden allerdings auch als Folge einer Sauerstoffinfusions-Therapie dargestellt (Sailer, Stocksmneier 1989).

In einer prospektiven kontrollierten Studie sollte geprüft werden, ob man durch Anwendung

  • eines O2 - O3 - Gemisches (Ozontherapie)

im Vergleich

  • zur reinen O2 - Applikation (hämatogene Oxydationstherapie)

bei Patienten mit peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen unterschiedliche Immediateffekte und / oder Langzeiteffekte dokumentieren kann. In einer Praxis für Allgemeinmedizin erhielten dazu 12 Patienten mit peripheren arteriellen Verschlußkrankheiten im  FONTAINE-Stadium IIa, IIb oder III kostenfreie Behandlungen mit Sauerstoffgas (100 %) oder Ozon (2 %) / Sauerstoff (98 %) - Gasgemischen. Durch unbemerktes Ein- bzw. Ausschalten des Ozonisierungsgerätes OZONOSAN R PM 83 K (Firma HÄNSLER, Iffezheim) war ihnen die jeweilige Applikationsart nicht bekannt (Schema des einfachen Blindversuchs).

Das Meßprogramm (Fischer, B.) umfaßte verschiedenartige Befundgrößen, darunter:

Blutgasanalyse (Blutgasanalysator BMS 3 Mk 2,
Firma RADIOMETER, Kopenhagen)

Sauerstoffversorgung am Fußrücken, transcutan
gemessener Sauerstoffpartialdruck tcPO3
(Gerät SM 361, Firma HELLIGE, Freiburg)

Hautdurchblutung am Fußrücken, gemessen als Wärmetransportveränderungen zwischen 
HELLIGE-Transoxode und Gewebe

Ausdauerleistung bei funktionellen Zehenstands-Versuchen jeweils vor einer Behandlung (Video-Dokumentation)

Ergebnisse

Immediat-Effekte
a) In-vitro-Sauerstoffsättigung von Eigenblut
Eine systematische ozonbedingte Verschiebung der Sauerstoffsättigungskurve war statistisch nicht zu sichern.
b) In-vivo-Sauerstoffversorgung der betroffenen Extremität
Gemessen an videodokumentierten Veränderungen des Hautfarbtons, durch Veränderungen des Wärmetransportes sowie in Bezug auf den Verlauf von tcPO2 - Werten ist als Immediateffekt am Fußrücken nach intraarteriellen Injektionen primär eine drastische Abnahme des perkutan gemessenen Sauerstoffpartialdrucks festzustellen, dem sekundär eine reaktive Hyperämie folgt. Derartige lokale Gegenregulationen des Organismus sind vermutlich auf passagere Durchblutungsbehinderungen im Kapillarnetz durch Mikro-Gas-embolien zurückzuführen.

Überzufällige Unterschiede zwischen reinen Sauerstoffinjektionen und der Applikation von Ozon- / Sauerstoff-Gas konnten - bei den allerdings wenigen Patienten - nicht gesichert werden.

Langzeit-Effekte

Die Ausdauerleistung verbesserte sich bei funktionellen Zehenständen ist im Therapieverlauf. Auch für andere Befundgrößen ließen sich im Zeitverlauf Verbesserungen dokumentieren. Ein signifikanter Bezug auf die verschiedenartigen Therapiephasen war hingegen nicht möglich.

Schlußfolgerungen

Durch intraarterielle Ozon-Sauerstoff-Injektion werden zweifelsfrei eindrucksvolle Immediateffekte bewirkt. Mit den hier erfaßten physiologischen und physikalischen Meßgrößen läßt sich allerdings die potenzierende Bedeutung der Ozon-Komponente gegenüber der reinen Sauerstoffapplikation statistisch nicht sichern. Dies schließt nicht aus, daß mit den anderen Meßverfahren, etwa mit Hilfe immunologischer Methoden (Bocci, Luana 1990), doch differenzierende Wirkungs- oder sogar Wirksamkeitnachweise zu dokumentieren sind.


Institut zur Erforschung von Behandlungsverfahren mit natürlichen Heilmitteln e. V. Bad Füssing
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