Beeinflussung endokriner Funktionen durch regelmäßiges Baden in thermoneutralem Thermalwasser über einen Zeitraum von 3 Wochen .

AUTOR:  Prof. Dr. W. Schnizer: Projekt 16

In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss eines standardisierten Vollbads (60 min., ca. 35°C) auf relevante Hormone der Blutvolumen-, Blutdruck- und Wasser-Elektrolyt-Homoistase bei 35 internistisch unauffälligen Patienten zu Beginn und am Ende eines stationären Reha-Aufenthaltes (3-4 Wochen) untersucht. Im Behandlungsregime war ein tägliches Baden von ca. 30-60 min. obligatorisch. Folgende Hormone wurden anhand ihrer Plasmakonzentrationen analysiert: Atrionatriuretischer Faktor (ANF), Antidiuretsiches Hormon (ADH), Renin, Aldosteron, Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin.

Die Befunde können nach Sofortreaktionen und adaptativen Veränderungen beurteilt werden, letztere aus den Unterschieden zwischen erstem und zweitem Testbad. Danach gaben sich in den Immediateffekten sowohl stimulatorische als auch supprimierende endokrine Effekte zu erkennen. Die einstündige thermoneutrale Wasserimmersion verursachte eine signifikante Steigerung der ANF-Plasmakonzentrationen, während für alle übrigen Hormone eine Erniedrigung gefunden wurde. Der Erholungsverlauf in der Nachphase zeigte allseits Reversibilität, mit für das Renin verzögertem und für die Katecholamine überschießendem Verhalten.

Zur Beurteilung eines adaptativen Verhaltens lassen sich mögliche Veränderungen von Ausgangswerten und der Reaktionsstärke im Testbad heranziehen. Dabei wird von der Hypothese ausgegangen, dass die täglichen Immersionsreize im Sinne eines Trainings im Blutvolumen- und Wasser-Elektrolyt-Haushalt wirksam werden. Unterschiede in den Ausgangwerten der Hormone ließen sich im Vergleich der beiden Testbäder nicht eindeutig feststellen, d. h., es bestehen keine Hinweise auf eingetretene Sollwertveränderungen der involvierten endokrinen Regelkreise. Anders das Reaktionsstärkeverhalten mit einer für den atrionatriuretischen Faktor (ANF) im zweiten Testbad gesichert höheren Sekretionsleistung und einer für das Renin tendenziell intensiveren Supprimierung sowie langsameren Restitution.


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