Untersuchungen zur Effektivität der Bewegungstherapie unter verschiedenen klimatischen Bedingungen, speziell in der Kombination mit Abkühlung.

AUTOR:   Prof. Dr. W. Schnizer: Projekt 11

Eine Verbesserung der Ausdauerfähigkeit lässt sich trainingsmethodisch z. B. über Bewegungsformen wie Laufen, Schwimmen, Rad fahren erreichen. Sportmedizin und Trainingswissenschaft haben hierfür geeignete Trainingsprogramme geliefert. Trotzdem ist es der experimentellen Forschung weiterhin ein Anliegen, sich um methodische Verbesserungen und Weiterentwicklungen zu bemühen. Die Ansätze hierzu können unterschiedlicher Art sein. Im jetzigen Falle orientierte sich das Konzept an der sogenannten Terrain-Kur, einem körperlichen Training in der freien Natur, wo bewusst auch klimatische Reizsetzungen einbezogen werden und die in der Kurortmedizin schon auf eine lange Tradition zurückblickt. In der Beurteilung der Terrain-Kur sind aber immer Fragen unbeantwortet geblieben, gerade unter dem Blickwinkel einer wissenschaftlichen Beurteilung. Die jetzige Studie wollte einen Teilaspekt klären, nämlich die eventuell höhere Effektivität beweisen, wenn unter kühlenden Bedingungen trainiert wird. Das war die Ausgangshypothese der nur experimentell zu lösenden Fragestellung. 

Hierzu wurde mit 2 Personengruppen anhand von definiertem Gehen und Laufen im Gelände ein Ausdauertraining über 3-4 Wochen durchgeführt, wobei eine Gruppe (Kühlgruppe) durch bestimmte Kleidervorgabe, in Abhängigkeit von den aktuellen klimatischen Verhältnissen, während des Trainings in einen leicht kühlen Zustand versetzt war. Die zweite Gruppe (Kontrollgruppe) trainierte herkömmlich. Durch Leistungsvergleich am Ende der Trainingsperiode sollte dann die gestellte Frage beantwortet werden. Ein geeigneter Test zur Dokumentation von erreichten Leistungsverbesserungen innerhalb eines Ausdauertrainings, der hier angewendet wurde, ist die stufenförmige Ergometerbelastung mit Kontrolle von Herzfrequenz (Puls) und Milchsäurespiegel (Laktat) des Blutes. 

Der Vergleich der Ergebnisse aus den am Anfang und zu Ende der Trainingsperiode durchgeführten Belastungstests lässt sich tatsächlich zugunsten der Kühlgruppe interpretieren. Sowohl Pulswerte als auch Milchsäurekonzentrationen deuten auf eine ökonomischere Regulationsfähigkeit des Organismus. Offenbar begünstigt die thermische Reizsetzung (Thermoregulationstraining) in Kombination mit den Bewegungsreizen jene Prozesse, die sich im Rahmen von trainingsbedingten Anpassungsvorgängen abspielen. Auf welche Weise solche Interaktionen zustande kommen, ist allerdings bisher nicht bekannt. Trotzdem bieten die Ergebnisse ausreichend Anlass, innerhalb präventiver und rehabilitativer Zielsetzungen, bei denen die Bewegungstherapie im Blickfeld steht, an praktische Konsequenzen zu denken.


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